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Smart Home für Senioren: Düsseldorf bereitet Pilotprojekt vor

Dem Umzug ins Heim stehen viele ältere Menschen sehr skeptisch gegenüber. Smart Homes sollen ihnen ermöglichen, länger sicher zu Hause wohnen zu können. In Düsseldorf bereitet das Gesundheitsdezernat ein eHealthcare-Pilotprojekt vor. Doch es gibt auch ethische Bedenken.

 

Gemeinsam mit der Firma ZTE will die Stadt Düsseldorf die Betreuung älterer Menschen durch passives digitales Monitoring erproben. Das Verhalten und die Bewegungen von Senioren sollen dabei passiv durch Sensoren, nicht durch Kameras, erfasst werden. Am Montag, den 14. März, wurde das Projekt auf der CeBIT in Hannover erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Notruf per App

Angehörige, Freunde oder auch Pflegepersonal bekommen über eine App mehrfach am Tag eine Statusmeldung, ob alles in Ordnung ist und können bei Auffälligkeiten gegebenenfalls bereits präventiv tätig werden. Stürzt eine Person beispielsweise, wird dies sofort in der App gemeldet. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

 

Derweil stehen einige ethische Fragen im Raum, über die noch zu reden sein wird. Inwieweit greifen digitale Technologien in die Privatsphäre ein? In welchem Rahmen dürfen gesammelte Daten genutzt werden? Zumindest unterliegen die Daten, die per Mobilfunk übertragen und in einem Datencenter von ZTE verarbeitet werden, der deutschen IT-Sicherheitsgesetzgebung. Einsicht in die Daten der Teilnehmenden bekommen nur von diesen autorisierte Personen, seien es Familienangehörige, Freunde oder Pflegepersonal.

 

Düsseldorf digital

Erst vor einem halben Jahr wurde die Stadt von Google und dem Institut der Deutschland Wirtschaft mit dem „eTown-Award“ ausgezeichnet. Düsseldorf gehört heute zu den digitalsten Städten Deutschlands. Nun schreitet die Landeshauptstadt beim Thema Digitalisierung weiter voran.

 

„Die Stadt Düsseldorf möchte mit dem Start des eHealthcare-Piloten ein positives Signal setzen. Digitalisierung ist für uns nicht nur ein Schlagwort. Wir wollen anhand dieses Pilotprojektes zeigen, dass digitale Lösungen zum Wohle aller eingesetzt werden können, dass sie insbesondere im Gesundheitswesen zu konkreten Verbesserungen der Lebenssituation beitragen. Ein Stadtteil wie Garath mit seinem relativ hohen Anteil älterer Menschen könnte von diesem Projekt profitieren“, erläutert Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, Gesundheitsdezernent der Stadt Düsseldorf.

 

Der demografische Wandel ist eine Herausforderung – nicht nur für ältere Menschen und ihre Angehörigen, sondern auch für Städte und Gemeinden. Es gilt, immer mehr älteren Menschen ein Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten für die Beteiligten – für Krankenkassen, Pflegedienste und die Stadt – im Rahmen zu halten. Die intelligente Nutzung smarter Technologien in der Gesundheitswirtschaft bietet hier Lösungen an, die die Lebensqualität von betagten und hochbetagten Menschen kostengünstig und entscheidend verbessern.