Foto: Stadt Düsseldorf/Susanne Diesner

Rosenmontagszug am Sonntag

Düsseldorfs Rosenmontagszug kam zwar mit vier Wochen Verspätung, dafür strahlten die Jecken mit der Sonne um die Wette. Unter dem Motto „Düsseldorf – scharf wie Mostert“ zog der Zug am Sonntag, den 13. März, bei bestem Wetter durch die Landeshauptstadt. Ursprünglich war der Rosenmontagszug wegen einer Sturmwarnung vom Carnevals Comitee abgesagt worden. Beim Nachholtermin säumten Hunderttausende Besucher die Straßen. Der „Zoch“ lockte auch viele Gäste aus dem Umland an.

Aktuelle Mottowagen

Um 11:30 Uhr machte sich der Zug am Sonntagvormittag auf den Weg. Mit dabei waren wie immer Jacques Tilly und seine 13 kultigen Mottowagen. Insgesamt umfasste der „Rosenmontagszug 2.0“ 112 Wagen und insgesamt 10.000 Teilnehmer, die mitfuhren oder mitliefen, darunter rund 1.000 Musiker, die für karnevalistische Klänge sorgten. Mittendrin lief die Fußgruppe vom Gleichstellungsbüro der Stadtverwaltung Düsseldorf, die mit weiteren Institutionen, Vereinen und aktiven Frauen aus Politik und Gesellschaft (darunter Emanzipationsministerin Barbara Steffens) Tillys Mottowagen unter dem Titel „Keine sexualisierte Gewalt, keine sexuellen Übergriffe gegen Frauen“ begleiteten.

 

Der Düsseldorfer Wagenbauer Tilly hatte die fünf Wochen nach Rosenmontag genutzt, um seine Wagen so aktuell wie möglich zu gestalten. So wurden sowohl der abgesagte Zoch („Köln kein Sturm – Düsseldorf kein Zoch“) als auch die Präsidentenwahl in den USA und der Umgang mit Flüchtlingen gewohnt provokant aufgegriffen. Zwei Wagen waren besonderen Düsseldorfer Themen gewidmet: dem 70. Geburtstag des Landes NRW und Düsseldorf als Landeshauptstadt sowie die Eröffnung der Wehrhahn-Linie mit einem großen U-Dax.

 

Titelbild

Foto: Stadt Düsseldorf/Susanne Diesner

 

„Zorro“ Geisel feiert am Rathaus

Der rund fünf Kilometer lange Zugweg war darüber hinaus mit allerlei Partys und Treffpunkten gespickt. Auch der WDR berichtete live von der großen Party vor dem Rathaus. Musikgruppen sorgten für Karnevalsstimmung, während Oberbürgermeister Thomas Geisel – verkleidet als „Zorro“ – und Ehefrau Vera mit den Gästen des traditionellen Rosenmontagsempfangs und den angereisten Närrinnen und Narren den Zoch mit lautstarkem Helau begrüßten.

 

Noch am Rosenmontag musste OB Geisel das Prinzenpaar Hanno I. (Hanno Steiger) und Venetia Sara (Sara Flötmeyer) beim Rosenmontagsempfang im Jan-Wellem-Saal trösten: „Mit dem späteren ‚Zoch‘ verlängert Eure eigentlich sehr kurze Session des Prinzenpaares.“ – jetzt kamen die närrischen Regenten und ihre Volk endlich auf ihre Kosten.