Foto: New Fall Festival / Foto Schiko

Popkonzerte in Kirche und Theater – Das New Fall Festival 2017 ist zurück

Bereits zum siebten Mal steht in Düsseldorf das New Fall Festival vor der Tür. Vom 16. bis 19. November 2017 treten Tom Odell, Little Dragon und viele weitere Top-Acts der Popmusik in zehn ausgewählten Locations in Düsseldorf und Stuttgart auf, in denen sonst für gewöhnlich keine oder ganz andere Musikrichtungen zu hören sind. Kirchen, Theater, Museen und Konzertsäle öffnen ihre Türen für international erfolgreiche Künstler und Bands. Aber auch vielversprechende Newcomer haben sich ihren Platz im diesjährigen Line-up gesichert und sorgen mit ihren Auftritten für neue musikalische Impulse.

 

Eine Auswahl der Konzerte am Festivalwochenende in Düsseldorf:

 

Julien Baker | Donnerstag (16.11.2017) um 22 Uhr im Bachsaal

Wenn die 22-jährige Julien die Saiten ihrer Gitarre anschlägt, kreiert sie vor allem leise Töne und melancholische Melodien. In zartem Indie-Rock spricht die Singer-Songwriterin meist von unglücklicher Liebe und vergleicht in ihrem 2015 veröffentlichten Debütalbum Sprained Ankle den Herzschmerz mit den Qualen eines verstauchten Knöchels während eines Marathonlaufs. Mit Erfolg: Die Nachwuchskünstlerin aus Memphis konnte bereits eine Platzierung auf der Jahresbestenliste der New York Times ergattern und erhält für ihr neues Album Turn Out the Lights größtes Lob.

 

Während sie derzeit noch Bühnen in den USA, dem Vereinigten Königreich und Frankreich verzaubert, ist Julien Baker demnächst zu Düsseldorf zu Gast und gibt hier eines ihrer nur drei Deutschlandkonzerte.

 

„Deine Freunde“ im Capitol | Foto: New Fall Festival / Foto Schiko

Little Dragon | Donnerstag (16.11.2017) um 20 Uhr im Capitol Theater

Der Stil der schwedischen Synthpop-Band lässt sich am besten als eine Mischung aus Downtempo und vorantreibenden, elektronischen Beats beschreiben. Im Jahr 2006 gründeten die drei Schulfreunde und ihre Freundin, die schwedisch-japanische Frontfrau Yukimi Nagano, Little Dragon und ließen sich bei der Namensfindung von der fernöstlichen Herkunft ihrer Sängerin inspirieren. Seit ihrem gleichnamigen Debütalbum begeistern die vier Schweden in ihren Songs vor allem mit persönlichen Geschichten. Der Name ihrer fünften Platte Season High beschreibt ziemlich genau den derzeitigen Erfolgskurs der Gruppe: So wirkte Nagano an Alben des US-amerikanischen Rappers Drake und Projekten der Gorillaz mit.

 

Die höchste Eisenbahn | Donnerstag (16.11.2017) um 19 Uhr im Robert-Schumann Saal

2011 wurde die Band von den beiden Singer-Songwritern Francesco Wilking und Moritz Krämer gegründet. Zwei Jahre später erschien ihr Albumdebüt Schau in den Lauf Hase. Der Stil der  insgesamt vier Jungs lässt sich am besten als poppig, melodiös und poetisch beschreiben. Ihre Songs sind geprägt von Lyrik und größter Wortgewandtheit, verlieren jedoch selbst dann nicht an Leichtigkeit, wenn es um Fragen nach dem eigenen Ich, Weltschmerz oder Sehnsucht geht.

An ihrem aktuellen Album Wer bringt mich jetzt zu den Anderen arbeiteten die Berliner in Eigenregie, setzten in der Vergangenheit aber auch schon auf prominente Unterstützung und traten so etwa zusammen mit der Wir sind Helden-Frontfrau Judith Holofernes auf.

 

Alice Merton | Freitag (17.11.2017) um 19 Uhr im Robert-Schumann-Saal

Spätestens nach ihrem Erfolgshit No Roots im vergangenen Dezember dürfte Alice Merton den meisten von uns ein Begriff sein. Kaum verwurzelt liest sich auch der Lebenslauf der 23-jährigen: In Frankfurt am Main geboren, wuchs die Musikerin im kanadischen Oakville auf, ging in München zur Schule, studierte Popmusikdesign in Mannheim und machte in England ihren Abschluss. Nach über 11 Umzügen wohnt Alice mittlerweile abwechselnd in Berlin und England. In No Roots singt sie jedoch weniger über feste Orte, sondern vielmehr über die Heimaten, die sie in den Beziehungen zu Menschen und Wegbegleitern findet.

Beim New Fall Festival wird Alice Merton mit ihren neuen Songs aber auch ganz neue Facetten ihres musikalischen Talents unter Beweis stellen.

 

„Regina Spektor“ im CCD | Foto: New Fall Festival / Thomas Quack

Alice Phoebe Lou | Freitag (17.11.2017) um 22 Uhr in der Johanneskirche

Die aus Südafrika stammende Alice Phoebe Lou gilt als eine der bekanntesten und erfolgreichsten Straßenmusikerinnen Berlins. In Kapstadt geboren, wanderte sie nach ihrem Schulabschluss nach Europa aus und verdiente ihr Geld zunächst als Feuertänzerin in Amsterdam. Während ihrer anschließenden Zeit in Deutschland begeisterte sie auf den Straßen der Hauptstadt mit selbstkomponierten Stücken im Stil des Indiefolk und ihren eigenen Interpretationen bekannter Melodien. In dem 2016 erschienenen Debütalbum Orbit regt die 23-jährige zum Nachdenken über Politik und Gesellschaft an.

Die zunehmende Kommerzialisierung von Musik lehnt Lou strikt ab und entschied sich daher nicht nur für ein kleines Plattenlabel, sondern zugleich gegen die Einladung, als Vorband der Band Coldplay aufzutreten. Die Singer-Songwriterin tritt fasst ausschließlich in Clubs und auf internationalen Festivalbühnen auf. Das nächste Mal im November in Düsseldorf.

 

Tom Odell | Freitag (17.11.2017) um 21 Uhr in der Tonhalle 

Wenn Tom Odell sich an sein Piano setzt und zu melancholischen Klängen zu singen beginnt,  geht es meist um unglückliche Liebe und Herzschmerz. Die Stimme des 26-jährigen Briten ist pur, unverfälscht und sorgt auf seinem Debütalbum Long Way Down seit 2013 für Gänsehaut. Dank seines poetischen Feingefühls verleiht der Singer-Songwriter dem Begriff bittersweet dabei eine völlig neue Bedeutung.

Tom Odell ist längst auf den großen Bühnen dieser Welt zu Hause. Demnächst dürfen wir ihn hier in Düsseldorf hautnah erleben.

 

Kensington | Samstag (18.11.2017) um 20 Uhr im Robert-Schumann-Saal

Heiß ersehnt werden in diesem Jahr die vier Jungs von Kensington. Die aus Utrecht stammende Gruppe bringt feinsten Indierock auf die Bühne und wurde für ihre Musik mit zahlreichen Auszeichnungen sowie Platin und Doppel-Platin belohnt. Die Band gründete sich 2005 und besteht seit 2008 in seiner jetzigen Konstellation. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Kensington ihr aktuelles Album Control, mit dem die Niederländer an allen Terminen ihrer Niederlande-Tour bis ins Frühjahr nächsten Jahres vor ausverkauften Hallen auftreten werden.

 

Amadou & Mariam | Sonntag (19.11.2017) um 20 Uhr im Capitol Theater

Das westafrikanische Duo – beide sind blind – ist seit fast zwei Jahrzehnten auf dem internationalen Musikmarkt erfolgreich und wurde sogar mehrfach für den Grammy nominiert. Dennoch war es in der Vergangenheit ruhig um Amadou & Mariam – ganze fünf Jahre sind vergangen, seitdem sie ihr letzten Album veröffentlichten. Mit umso größerer Spannung wurde das am 22. September erschienene neue Album La Confusion erwartet. Inspiriert von den Klängen Westafrikas begeistern die beiden Musiker aus Mali mit einem Genre-Mix aus Afrobeat, Disco, Pop und Reggae.

Der Auftritt im Rahmen des New Fall Festivals 2017 verspricht eine Komposition aus Best-of-Hits sowie neuen Stücken und ist eines von nur zwei Deutschlandkonzerten zum neuen Album in diesem Jahr.

 

Anna Ternheim | Sonntag (19.11.2017) um 21 Uhr im Tanzhaus NRW

Die 1978 in Stockholm geborene Anna entführt ihre Zuhörer mit ihren Songs in Räume nachdenklicher und romantischer Stimmung. Ihre charakteristischen Soloauftritte klingen pur und wirken durch den Fokus auf Akustik und Stimme fast schüchtern. Dabei lässt die Singer-Songwriterin stets Platz für eigene Interpretationen und persönliche Gedanken. Mit größtem Erfolg: 2006 gewinnt sie mit ihrem Debütalbum Somebody Outside das schwedische Pendant zum Grammy. Fernab von Notensystemen und Taktangaben lässt sich die Schwedin allein von ihren Emotionen leiten und findet ihre lyrische Inspiration in der Musik Bob Dylans oder David Bowies.

 

 

Die räumlichen Kapazitäten bei den einzelnen Konzerten sind meist sehr begrenzt. Daher müssen Tickets für jedes des Konzerte gesondert gebucht werden (erhältlich unter: https://new-fall-festival.soulticket.de). Der Einlass beginnt in der Regel eine Stunde vor dem Konzert. Getränke dürfen nicht mitgebracht werden, können aber in den jeweiligen Locations vor Ort erstanden werden. Alle weiteren Informationen unter: http://new-fall-festival.de.