Dritte Umweltspur in Düsseldorf entsteht

Wer sich demnächst mit Bus, Taxi oder Elektrofahrzeug quer durch Düsseldorf bewegt, der fährt im wahrsten Sinne des Wortes auf der „Überholspur“: Eine dritte Umweltspur als Verbindung zwischen Südpark und Nordstern ist geplant. Los geht es mit der Einrichtung am Montag, den 14. Oktober. Durch Rad- und Buspiktogramme sowie eigene Schilder gekennzeichnet, ersetzt sie eine der normal befahrbaren Spuren.

 

Details zu der Fahrbahn, die in den Herbstferien kommen soll, wurden am 30. September von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke vorgestellt. Das Projekt basiert auf einem Beschluss des Ordnungs- und Verkehrsausschusses (OVA). Verlaufen wird die Spur mitten durch die Innenstadt – von der A46-Abfahrt Zentrum bis in den Norden der Stadt. Nach der Einrichtung der Sonderfahrspuren auf der Merowingerstraße sowie der Prinz-Georg-Straße soll sie nun ein drittes Mal das Ziel klimaschonende Mobilität verfolgen.

 

Nach Fertigstellung steht auf der Strecke teilweise nur eine Fahrspur für den Autoverkehr zur Verfügung. Die betroffene Nord-Süd-Verbindung ist teilweise Teil des Radhauptnetzes und transportiert täglich 40 000 Fahrzeuge. Ab Höhe des Südparks wird es über die Werstener Straße, Witzel-, Mecum- und Erasmusstraße bis zur Corneliusstraße losgehen. Die zweite Hälfte verläuft auf der Kaiser- und Fischerstraße. Die ausstehenden Abschnitte sollen im November im OVA besprochen und eine Vorlage eingebracht werden.

 

Titelbild und Foto: WDR/www1.wdr.de

 

Und warum das Ganze? OB Geisel sagt: „Wir wollen Anreize schaffen, dass die Leute auf effektivere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn umsteigen“. Geplant ist, dass die dritte Umweltspur die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver macht sowie allgemein das Bus- und Bahnnetz stärkt. Um das Risiko von Staus einzudämmen, rät Geisel den Düsseldorfern außerdem – wenn möglich – Fahrgemeinschaften zu bilden. Denn: Solche gestatten bei drei Insassen oder mehr ebenfalls die Nutzung der Umweltspur.

 

Motiv für das Projekt sind außerdem eine Abwendung des Dieselfahrverbots und die Reinhaltung der Luft. Um den Wechsel auf Bus und Bahn einfacher zu machen, soll in den nächsten Monaten auch die Anzahl der Park&Ride-Plätze am Stadtrand ausgebaut werden. Beispielsweise an der Ickerswarder Straße/Ecke Münchener Straße: Dort soll ein vorläufiger Parkplatz für 130 bis 150 Autos eingerichtet werden. Anstelle des Parkplatzes am Südpark soll außerdem ein Parkhaus mit über 500 Stellplätzen entstehen.

 

Die zwei bereits bestehenden Umweltspuren Düsseldorfs befinden sich zwar noch in ihrer einjährigen Testphase, haben aber laut Angaben der Stadt bereits erfolgreiche Ergebnisse eingefahren. So bewerteten rund zwei Drittel der befragten Radfahrer die Spuren als positiv, Konflikte zwischen ihnen und Bussen habe es kaum gegeben. Außerdem lägen verbesserte Stickoxid-Werte an den eingebundenen Straßen vor – für eine verlässliche Analyse fehlt allerdings noch eine Berücksichtigung der Wettereinflüsse. Spruchreife Schlussfolgerungen werden daher erst Ende des Jahres vorliegen.

 

Im Überblick:

  • Einrichtungsbeginn: 14.10.
  • Dritte Spur dieser Art in Düsseldorf
  • Zwischen Südpark und Nordstern
  • Zulässig für Busse, Fahrräder, Taxen, E-Fahrzeuge und Fahrgemeinschaften mit drei oder mehr Insassen
  • Ziel: Vereinfachung des Umstiegs auf öffentliche Verkehrsmittel, Luftreinhaltung, Umgehung eines Dieselverbots
  • Mehr Park&Ride-Parkplätze in Planung